Soheyl Ghaemian / GIGBAY AG:

Qualitätssicherung in der Gig Economy

Wer ist Soheyl Ghaemian?

Schon früh hat Soheyl Ghaemian erkannt: Eine der zentralen Herausforderungen des deutschen Arbeitsmarktes ist die Vermittlung von hochqualifizierten, freiberuflich tätigen Spezialisten. Deshalb verfolgt der studierte Informatiker und Unternehmer mit Leidenschaft und langjähriger Erfahrung das Ziel, hochwertige und zielgerichtete Plattformen zur Verfügung zu stellen, die Freiberufler und Unternehmen mit Fachkräftebedarf zum Beispiel in den Bereichen IT, IT-Sicherheit und Digitalisierung zusammenbringen.

Mit seinem Unternehmen GIGBAY gibt er die Antwort auf die Frage nach der Qualitätssicherung im Staffing von hochqualifizierten Freiberuflern und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Flexibilisierung des Arbeitsmarkts. Der Fokus dabei liegt auf der Frage, wie Unternehmen die Freelancer finden, die wirklich in ihr Team passen und wie die Gig Economy mit Unterstützung künstlicher Intelligenz (KI) die fachliche Qualifizierung und projektbezogene Erfahrung überprüfbar sicherstellen kann. Im Kern geht es also um die Qualitätssicherung bei der Personalauswahl mithilfe von digitalen Instrumenten wie Matching Tools oder Gamification.

 

Was sind die zentralen Herausforderungen in der Gig Economy? Soheyl Ghaemian bezieht Stellung

Die Gig Economy befindet sich im Aufwind. In Zukunft wird sie einen bedeutenden Teil des Arbeitsmarktes ausmachen. Ihr Vorteil ist ihre Flexibilität: Auftraggeber vergeben bedarfsorientiert kurz- oder auch längerfristige Aufträge im Rahmen von Projekten an verschiedene, unabhängige beziehungsweise selbstständige Auftragnehmer. Experten schätzen, dass diese Arbeitszeitmodelle potentiell einen großen Einfluss auf den Arbeitsmarkt der Zukunft haben werden. Sie sind effizient, bieten eine breite Auswahl an unabhängigen Anbietern, verkürzen den Recruiting Prozess und ersparen Bürokratie. Auf Seiten der Freiberufler sind mit dem Arbeiten in der Gig Economy Benefits im Vergleich zu einer Festanstellung in einem normalen Arbeitsverhältnis verbunden. Die freie Zeiteinteilung, die Flexibilität und Ungebundenheit – anders arbeiten als „Nine to Five“ – das sind zentrale Pluspunkte, die Freiberufler in der projektbezogenen Zusammenarbeit schätzen.

Anders als im Rahmen einer üblichen Freiberuflichkeit läuft die Vermittlung in der Gig Economy über Online Plattformen oder Apps, die als Bindeglieder zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern fungieren. Sie finanziert sich über Provisionen von beiden Seiten. Besonders im Recruiting von hochqualifizierten Freiberuflern, Spezialisten in stark nachgefragten Bereichen, in der IT und Digitalisierung, aber auch in den Bereichen Healthcare, Creativ oder Bauwesen ist die Qualitätssicherung eine der zentralen Herausforderungen. Wie lassen sich Manipulationen an Lebensläufen, Projekt-Erfahrung und Mikrokompetenzen zweifelsfrei analysieren? Wie kann über die Plattform gewährleistet sein, dass eine größtmögliche Übereinstimmung zwischen Anforderungsprofil und Erfahrungs- und Qualifizierungsmerkmalen der Freiberufler entsteht? Kurzum: Wie können Plattformen in der Gig Economy dazu beitragen, dass Unternehmen genau die Freelancer für ihre projektbezogene Zusammenarbeit finden, die sie brauchen? KI ist der Ansatzpunkt.

Soheyl Ghaemian: Qualitätssicherung in der Projekt- und Lebenslaufdarstellung über KI

Einer der größten Chancen, die mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) beim Recruiting verbunden ist, ist die Zeitersparnis für Personalverantwortliche. Künstliche Intelligenz wird bereits zur systematischen Analyse und Sammlung von Bewerberdaten in vielen Unternehmen ganz alltäglich eingesetzt. Doch die Chancen der künstlichen Intelligenz im Staffing Bereich sind weit größer. Mithilfe von selbst-lernenden Algorithmen lassen sich nicht nur Unterlagen auf Vollständigkeit prüfen und Daten sammeln. Die Lebensläufe lassen sich darüber hinaus auf Konsistenz und Plausibilität abprüfen – ein essenziell wichtiger Punkt in der Qualitätssicherung für Staffing Plattformen in der Gig Economy.

Die künstliche Intelligenz unterstützt Personaler heute dabei, Mikrokompetenzen und Persönlichkeits-Strukturen zu erfassen. Das Merkmal der Qualifizierung lässt sich somit ausdehnen auf menschliche und persönliche Kriterien, die dazu beitragen können, zu einer verlässlichen Einschätzung des Bewerbers / Freelancers zu kommen. So unterstützt Künstliche Intelligenz bei der Bewertung, ob der Experte beziehungsweise Freiberufler ins bestehende Team passt und wie er auf unternehmerische Herausforderungen, Stress und Entscheidungsdruck reagiert. Die Qualitätssicherung und verlässliche Personalauswahl ist ein entscheidender Faktor. Denn bleiben Stellen lange unbesetzt, ist dies ein Wachstumshemmschuh für Unternehmen.

Wie lassen sich Freiberufler und Auftraggeber treffsicher zusammenbringen?​

Künstliche Intelligenz ist in der Lage, zu konsistenten Personalentscheidungen beizutragen. Sie arbeitet faktenbasiert, unabhängig von individuellen Merkmalen wie Geschlecht oder Herkunft und kann anhand von Sprache Rückschlüsse auf die Persönlichkeitsstruktur des Bewerbers liefern. Zudem kann sie Inkonsistenzen in Lebensläufen und Projektbeschreibungen identifizieren. Sie verhilft Personal-Verantwortlichen also zu einer verlässlichen Vorauswahl von Bewerbern und untermauert den berühmt-berüchtigten ersten Eindruck mit nachprüfbaren Kriterien. Diese gehen über die Darstellung im Lebenslauf und die Projekt-Erfahrung hinaus. Mithilfe von Videoanalysen zum Beispiel lässt sich über KI herausfinden, ob ein Projekt-Mitarbeiter bzw. Freelancer ins Unternehmensgefüge passt, wie er auftritt und wie das Zusammenspiel mit den Kollegen funktionieren könnte.

„Perfect fit“ nennen Recruiting Experten den Mitarbeiter, der wirklich zum Unternehmen und den Qualifizierungsansprüchen passt. Grundlage dafür bildet ein KI getriebenes Matching, das eine Verbindung zwischen Mikrokompetenzen, Erfahrung und weichen Faktoren wie Wertvorstellungen und Unternehmenskultur herstellt. Dazu kann die Analyse über die digitalen Lebensläufe hinausgehen und die Social Media Profile der Kandidaten einbeziehen. Über diesen Weg lassen sich Wertvorstellungen analysieren, Potenziale entdecken und mit dem Anforderungsprofil an die zu erfüllende Tätigkeit abgleichen. So schafft künstliche Intelligenz die Grundlage für eine verlässliche Personalauswahl, an deren Ende der Entscheider im Unternehmen das letzte Wort hat – aber auf einer rationalen und validen Basis.

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